Raumpsychologie, Multisensorik oder Healing Architecture

Welche Aspekte der Raumpsychologie, Multisensorik oder Healing Architecture berücksichtigen Sie konkret in Ihren Konzepten?

Räume wirken weit über ihre reine Funktion hinaus. Sie beeinflussen, wie Menschen sich orientieren, bewegen, fühlen und mit ihrer Umgebung interagieren. Deshalb betrachten wir Raumgestaltung stets aus einer ganzheitlichen Perspektive, bei der sowohl psychologische als auch sensorische und gesundheitsfördernde Aspekte berücksichtigt werden. Ziel ist es, Umgebungen zu schaffen, die nicht nur ästhetisch überzeugen, sondern auch das Wohlbefinden unterstützen und positive Nutzungserlebnisse fördern. Die folgenden Ansätze spielen dabei eine wesentliche Rolle:

Raumpsychologie

Wie Räume unser Verhalten, Denken und Fühlen beeinflussen

Grundprinzipien:

  • Orientierung & Sicherheit

→ Menschen mögen Räume, die sie schnell verstehen (klare Wege, Sichtachsen)

  • Proxemik (Abstände)

→ Wie nah man anderen kommt beeinflusst Komfort (z. B. enge vs. offene Räume)

  • Enge vs. Weite
    • niedrige Decken → Fokus, Intimität
    • hohe Decken → Freiheit, Kreativität
  • Komplexität vs. Klarheit
    • zu komplex → Stress
    • zu simpel → Langeweile
  • Kontrolle & Lesbarkeit

Ziel: Verhalten steuern, ohne dass es bewusst auffällt

(z. B. länger bleiben, sich wohlfühlen, kaufen)

 

Multisensorik

Menschen erleben Räume nie nur visuell – sondern immer als Gesamterlebnis.

Die 5 Sinne im Raum:

 

Sehen

  • Licht, Farben, Formen, Kontraste
  • → bestimmt erste Wahrnehmung

 

Hören

  • Lautstärke, Hall, Geräuschkulisse
  • → beeinflusst Stresslevel stark

 

Fühlen (Haptik)

  • Materialien, Oberflächen
  • → „wertig“ vs. „billig“ wird oft gefühlt, nicht gesehen

 

Riechen

  • Düfte, Luftqualität
  • → extrem stark mit Emotion & Erinnerung verknüpft

 

Schmecken

  • indirekt (z. B. Gastronomie, Markenwelt)

 

warmes Licht + Holz + ruhige Musik → „gemütlich“

grelles Licht + Metall + Lärm → „stressig“

Ziel: Emotionen gezielt erzeugen → Erlebnis statt nur Funktion

 

Healing Architecture

Architektur, die aktiv Wohlbefinden und Gesundheit fördert

  • Biophilie (Naturbezug)
    • Pflanzen, Tageslicht, natürliche Materialien
    • → reduziert Stress nachweislich

 

  • Licht & Rhythmus
    • Tageslicht unterstützt Biorhythmus
    • → wichtig für Schlaf, Stimmung

 

  • Reizreduktion
    • weniger Lärm, klare Strukturen
    • → verhindert Überforderung

 

  • Orientierung
    • leicht verständliche Räume
    • → reduziert Angst (z. B. in Kliniken)

 

  • Kontrolle & Komfort
    • Möglichkeit, Einfluss zu nehmen (z. B. Sitzplatzwahl)

Ziel: Stress reduzieren + Heilung / Wohlbefinden fördern

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